Prostatakrebs (Prostatakarzinom)
Der Prostatakrebs (auch als Prostatakarzinom bekannt) ist eine bösartige Tumorerkrankung, die vom Drüsengewebe der Vorsteherdrüse (Prostata) ausgeht. Der Prostatakrebs hebt sich durch seine Häufigkeit von allen anderen Krebsarten ab. Seit 1998 erkranken in Deutschland mehr Männer an Prostatakrebs als an Lungenkrebs. Und der Prostatakrebs holt weiter auf. Zurzeit sind es etwa 30.000 bis 40.000 Männer, die in Deutschland jedes Jahr neu erkranken. Jeder zehnte Mann wird irgendwann in seinem Leben mit der Diagnose Prostatakrebs konfrontiert.
Dabei wird der Prostatakrebs oft erst spät erkannt. In seinem frühen Stadium verursacht er meist keine Symptome. Viele Männer gehen erst dann zur Untersuchung, wenn die ersten Probleme auftreten. Manche sogar erst dann, wenn die Probleme so gravierend geworden sind, dass sie sich absolut nicht mehr ignorieren lassen. Dabei sind die Symptome oft irreführend: Es kommt zu Knochenschmerzen, Gewichtsverlust, Rückenschmerzen und Schwierigkeiten beim Wasserlassen. Weil der Krebs so spät erkannt wird, haben etwa ein Drittel der Patienten bei der Diagnose bereits Metastasen an anderen Stellen des Körpers. Befallen sind meist die Lymphknoten, die Knochen oder die Lunge. Dadurch wird die Behandlung natürlich wesentlich schwieriger. Eine Heilung ist im fortgeschrittenen Stadium nicht mehr möglich.
Das Karzinom der Prostata ist eine Krankheit, die mit zunehmendem Alter immer häufiger auftritt. Bis 40 noch eine absolute Rarität, treten nur zehn Prozent der Fälle zwischen 41 und 59 auf. Doch dann nehmen die Erkrankungen drastisch zu: 70 Prozent aller Männer, die an Prostatakrebs erkranken, sind zwischen 60 und 79 Jahre alt. Mit 80 Jahren oder darüber erkranken offiziell 20 Prozent der Betroffenen an Prostata-Ca, wahrscheinlicher sind 70 bis 80 Prozent.
Je älter der Patient ist, desto größer sind seine Chancen, nicht am Prostatakrebs selbst zu sterben. Im höheren Alter geht die Zellteilung immer langsamer vor sich. Das gilt auch für Krebszellen. Über 80-Jährige sterben daher meist nicht mehr am Prostatakrebs, nur etwa zwei bis drei Prozent von ihnen, und vielleicht acht oder neun Prozent von ihnen werden überhaupt jemals Prostatakrebs Symptome bemerken. Er wächst einfach nicht mehr schnell genug. Ich erwähne das deshalb so ausdrücklich, weil heute in der konservativen Behandlung kaum oder gar nicht Rücksicht auf diese Tatsachen genommen wird. Da wird operiert, obwohl eigentlich klar sein sollte, dass der Patient ohne diesen gefährlichen Eingriff genauso lange weiter leben könnte - vielleicht sogar länger.